„Niemals vergessen" - Gedenken an den 12. Feber
In den darauffolgenden Kämpfen kamen vor allem in Graz viele Arbeiterinnen und Arbeiter, aber auch besonders junge Menschen die sich am Widerstand beteiligten ums Leben, wurden eingesperrt und riskierten ihre Zukunft und Sicherheit im Kampf für die Demokratie.
Mit einer Gedenkfeier wurde am vergangenen Samstag, den 11. Feber, an den 78. Jahrestag dieser Kämpfe erinnert. Zusammen mit der SPÖ Graz, dem Bund sozialdemokratischer Freiheitskämpfer und dem Renner-Institut konnte die Sozialistische Jugend mehr als hundert TeilnehmerInnen in Eggenberg begrüßen. "Wir wollen nicht verdrängen, nicht vergessen, was im Feber 1934 in Graz passiert ist", so SJ-Graz Vorsitzender Manuel Oberreiter zur Eröffnung, "Der letzte Widerstand der österreichischen Demokratie gegen die Diktatur ist ein Ereignis das uns noch heute, Jahrzehnte später, mahnt für Freiheit und Gerechtigkeit einzutreten!"
"Die gezielte Ausschaltung des Parlaments, politisch motivierte Polizeirepression, permanente Provokation durch die faschistischen Heimwehren und aggressive antisemitische Hetze führten zur Errichtung einer austrofaschistischen Diktatur unter Dollfuß. Der verzweifelte Versuch, die Nazis zu 'überhitlern' (Zitat Minister und Heimwehrführer Odo Neustädter-Stürmer) mündete letztlich in den Anschluss an Nazi-Deutschland", erinnerte der Vorsitzende der SJ Steiermark und SPÖ-Jugendsprecher LAbg. Max Lercher, "Auch die jüngste Finanzkrise förderte antidemokratische, autoritäre Entwicklungen zutage - dazu genügt ja nur ein Blick nach Ungarn. Wir müssen erkennen, wie eng die ökonomische Krise mit jener der Demokratie zusammenhängt."
Auch die Vorsitzende der Grazer SPÖ, Stadträtin Martina Schröck, ließ es sich nicht nehmen, an der Gedenkfeier teilzunehmen. "Graz war das steirische Zentrum dieses Aufstandes für Demokratie 1934. Wir gedenken heute den Opfern dieses Aufstandes in unserer Stadt, die ihr Leben für ihren Glauben an Freiheit und Demokratie riskiert haben, die Widerstand geleistet haben gegen eine Diktatur, die Menschen ausgegrenzt, verfolgt und eingesperrt hat", so Schröck, "Niemals vergessen bedeutet aber auch, zu verhindern, dass Rassismus, Ausgrenzung und Neid jemals wieder zu einer solchen Eskalation führen. Denn auch heute gibt es Tendenzen in diese Richtung. Da dürfen wir als Sozialdemokratie nicht einfach stumm daneben stehen. Graz ist eine vielfältige, lebendige Stadt, wir dürfen der Ausgrenzung keinen Platz geben."
Untermalt wurde die Gedenkfeier vom bekannten oberösterreichischen Arbeiterliedersänger Christian Buchinger. Im Anschluss lud die Sozialistische Jugend unter dem Motto "Niemals vergessen - Gedenken und Handeln" zu einer Diskussion mit dem Eggenberger Zeitzeugen Franz Reicher, dem Experten DDr. Werner Anzenberger und der Zeitgeschichte-Forscherin Prof.in Karin Schmidlechner.










