Es ist schon über 100 Jahre her, daß die Sozialistische Jugend gegründet wurde. "Verein jugendlicher Arbeiter" nannte sie sich damals. Es ging gegen Schinderei durch Lehrherren, für den Achtstundentag, für eine gute Schul- und Berufsbildung, gegen Hungerlöhne, für den Frieden, Freiheit und Demokratie.
Sozialistische Arbeiter Jugend (SAJ)
In der Zwischenkriegszeit gab es nicht nur Wirtschaftskrisen, Bürgerkrieg, Austrofaschismus und Nationalsozialismus. Eine ganze Generation machte sich ans Werk, um eine neue Welt, in der es keine Unterdrücker und Unterdrückten mehr gibt, zu erschaffen. Das "Rote Wien" wurde zum Symbol dieser Bewegung. Die Sozialistische Arbeiter Jugend (SAJ) half bei diesem gigantischen Aufbauwerk mit. Als es im Februar 1934 darum ging, diese Errungenschaften vor dem Angriff des austrofaschistischen Ständestaates zu verteidigen, kämpften unzählige SAJ-lerInnen an vorderster Front in den Reihen des Schutzbundes. Viele bezahlten den Widerstand gegen Austrofaschismus und Nationalsozialismus mit ihrem Leben, wurden für ihre Gesinnung, Ziele und Ideale ermordet.
Welche Werte sind das?
Zum Beispiel Solidarität, Gleichheit und Demokratie. Aber auch Antimilitarismus und Freiheit. Diese Werte waren und sind für uns Kompaß in der politischen Auseinandersetzung.
Sozialistische Jugend heute
Natürlich hat sich in den letzten 100 Jahren vieles verändert. Vielen Menschen geht es heute besser als vor hundert Jahren, dennoch spricht man wieder von neuer Armut, Modernisierungsverlierern und Zwei-Drittel-Gesellschaft. Wettbewerbsfähigkeit und Globalisierung dienen als Begründung, um soziale Rechte in Frage zu stellen und abzubauen. Den Preis für Modernisierung und Flexibilisierung müssen die "kleinen Leute" zahlen. Sparprogramme im Bereich der Bildungspolitik mindern die Zukunftschancen einer ganzen Generation. Zunehmende Jugendarbeitslosigkeit und chronischer Lehrstellenmangel sind die Folge. Wenn auch du gegen diese gestrige Politik aktiv werden - dich für jene einsetzen willst, die es sich nicht mit der dick gefüllten Brieftasche vom "Papa" richten können - dann bist du bei uns genau richtig!
Get active - Es gibt vieles, das verändert werden muß!
Vieles stinkt zum Himmel und es ist längst an der Zeit, daß es Leute wie Dich gibt, die dagegen etwas unternehmen wollen. In den letzten Jahre haben wir uns mit den verschiedensten Themen intensiv auseinandergesetzt. Gerade jetzt wo die blauschwarze "Zertrümmerungsregierung" sich ans Werk macht alles in Frage zu stellen, und dabei alles für die sogenannten "kleinen Leute" zu verschlechtern, ist es wichtiger denn je aktiv dagegen aufzutreten. Sei es im Bereich des Zivildienstes, der als eines der ersten Opfer dieser Regierung gilt, oder im Bereich der Bildungspolitik und der Einführung von Studiengebühren. Alles Themen die unser unmittelbares Lebensumfeld massiv verschlechtern. Wir können und dürfen dabei nicht tatenlos zusehen, wie unsere Zukunft durch solche Maßnahmen den Bach hinunterläuft. Vielmehr müssen wir uns mit Gleichgesinnten zusammenschließen, und aktiv für die Verbesserung unserer Situation eintreten.
Mit Get activ meinen wir aber nicht nur gegen, sondern auch für etwas zu sein!
Sei es die verrückte und ewig gestrige Drogenpolitik in Österreich. KonsumentInnen von leichten Drogen werden kriminalisiert, obwohl mittlerweile jedes Kind weiß, daß Cannabis bei weitem weniger gefährlich ist als z.B. Alkohol. Wir wollen eine Legalisierung von Cannabis, und eine generelle Entkriminalisierung jeglichem Drogenkonsums. Oder die Frage eines allfälligen NATO Beitritts. Wir wollen nicht einem atomar hochgerüsteten Relikt des kalten Krieges beitreten. Wir wollen auch nicht länger diese verkehrte Welt hinnehmen, in der Milliarden an Budgetmitteln dafür verwendet werden, um in die Vernichtung der Menschen zu investieren, anstelle mit diesem Geld die Lebenssituation jeder und jedes einzelnen zu verbessern. Wir stehen für die Abschaffung der Wehrpflicht durch die Beseitigung des österreichischen Bundesheeres, und nicht durch die Einführung eines Berufsheeres. Auch die Frage von Jugendkulturen und deren nicht vorhandene Freizeitinfrastruktur ist ein Thema der Sozialistischen Jugend. Jugendzentren, Jugendtreffs, Proberäume für Jugendbands, Skaterplätze, usw. braucht das Land. Es gilt das nichtkommerzielle Freizeitangebot in allen Bereichen zu erweitern. Ebenfalls wollen wir nicht länger hinnehmen, daß Jugendliche mit 16 Jahren nicht mitbestimmen dürfen. Wir wollen eine Herabsetzung des Wahlalters auf 16 Jahre, und das vor allem bei allen Wahlen, und nicht nur auf Gemeindeebene. Wer alt genug ist seine/ihre persönliche Zukunft zu gestalten, muß auch reif genug sein, seine/ihre politische Zukunft mit zu bestimmen.
Blau/schwarz - NEIN DANKE!
Ein ganzes Land hat die Rechnung für die Machtgier der ÖVP zu bezahlen. Für die Unternehmen und reichen Bauern gibt's fette Steuerprivilegien, die der vielzitierte "kleine Mann" zu zahlen hat. Besorgte BürgerInnen, die gegen die sich abzeichnende Politik auf die Straße gehen, werden als bezahlte BerufsdemonstrantInnen denunziert. Haider beschimpft europäische Staatsmänner, postwendend profiliert sich die ÖVP als Haider-Verteidigungspartei. Von Beginn an war die Sozialistische Jugend bei den Protesten dabei.
Politik ist nicht fad!
Davon sind wir überzeugt und darum sollen unsere Veranstaltungen auch Spaß machen. Egal ob es die Bildungswerkstatt ist, oder unsere alljährliche Sommerveranstaltung am Atterssee. Beides ist eine Kombination aus Freizeit, Spaß und Politik. Das hier allerdings lange zu erklären, macht keinen Sinn. Am besten Du nimmst an einer der Veranstaltungen teil, und machst dir selbst ein Bild.
Zukunft ist Sozialismus
Ist diese Aussage nach dem Zusammenbruch des "real existierenden Sozialismus" im Osten nicht etwas gewagt? Wir meinen nein. Wir wollen ganz gezielt der Diskredition dieses Wortes in den letzten Jahren entgegenwirken und vielmehr aufzeigen, daß es eine Alternative zum derzeit herrschenden System gibt. Oder, wie Josef Hindels in seiner Broschüre "Warum sind wir Sozialisten" formulierte: Es gibt kaum einen großen Fortschritt auf wissenschaftlichem und technischem Gebiet, der nicht lange bevor er Wirklichkeit wurde von Träumern, von Utopisten vorausgesagt, oft mit unzähligen Details geschildert wurde. Die Phantasie hat schon oft eine fortschrittliche Rolle in der Geschichte gespielt. Die konservativen Spießbürger haben gelacht und gehöhnt, wenn davon die Rede war, daß die Menschen fliegen, den Boden des Meeres erforschen, oder in die Tiefe des Erdballs eindringen werden. Aber die Entwicklung hat nicht den konservativen Spießbürgern, sondern den scheinbar weltfremden Utopisten und ihren Phantasien recht gegeben. Heute wagen es die konservativen Spießbürger kaum mehr, den weiteren wissenschaftlichen und technischen Fortschritt, zum Beispiel im Bereich der Weltraumfahrt, zu bezweifeln. Wer einen Flug zu einem anderen Planeten voraussagt, gilt nicht mehr als verrückt. Aber daß die Menschen auf dieser Erde eine Gesellschaftsordnung verwirklichen, die den Träumen der Urchristen und utopischen Sozialisten nahekommt, eine Gemeinschaft, wo es keine Ausbeutung, keine Unterdrückung, keine Klassen mit gegensätzlichen Interessen gibt - das wird noch immer als "unmöglich" bezeichnet, weil angeblich die menschliche Natur nicht geändert werden kann, weil es arm und reich, oben und unten "immer" geben muß.
Für die Gleichberechtigung von Frauen
Auch die Gleichberechtigung von Frauen ist ein Schwerpunkt der Sozialistischen Jugend. Sexismus ist Ausdruck von Herrschaft und Unterdrückung. Wir sprechen uns gegen jede Form der Unterdrückung aus. Wir treten für eine Gesellschaft ein, in der die Kategorie "Geschlecht" keine automatischen Ableitungen vorgibt, die den Lebensablauf eines Menschen vorbestimmen. Dafür ist einerseits solidarischer, gleichwertiger Umgang nötig, darüber hinaus können aber viele Probleme nur im strukturellen Zusammenhang gesehen werden. Das heißt, wir müssen das System an sich in Frage stellen. Wir sehen zwar Frauenunterdrückung als Produkt des kapitalistischen Systems an, jedoch kann die Arbeit gegen Frauenunterdrückung nicht "nur" Arbeit an der Systemüberwindung heißen. Schon jetzt gilt es, gegen jede Form von Sexismus einzutreten, Konzepte zu entwickeln, die Frauen in unserer Gesellschaft fördern, und Gegenkonzepte zu gängigen patriachalen Strukturen zu entwerfen.
Auch International müssen wir gemeinsam auftreten!
Die Sozialistische Jugend war und ist eine internationale Bewegung. Seit jeher kämpfen wir gegen jede Form von Rassismus und Ausgrenzung. Die Lebensbedingungen der Menschen in anderen Teilen der Welt sind uns nicht einfach "wuascht". Ozonloch, Klimaerwärmung, Ausbeutung der Natur und des Menschen kennen keine Staatsgrenzen. Um dagegen besser ankämpfen zu können, haben wir uns mit über 150 Schwesterorganisationen aus aller Welt in der IUSY zusammengeschlossen. Die Antwort auf die Globalisierung der Märkte muß die internationale Vernetzung des politischen Widerstandes sein. Sich in die eigenen vier Wände zu verkriechen und den Dingen ihren Lauf zu überlassen ist keine Lösung. Passivität spielt jenen in Politik und Wirtschaft in die Hände, denen unserer Zukunft egal ist. Wenn du nicht einfach nur zusehen, sondern mit Gleichgesinnten verändern willst, bist du bei uns richtig. Gerne stehen wir dir für deine Fragen zur Verfügung. Wenn du uns persönlich kennenlernen willst, einfach bei uns melden. Wir freuen uns darauf, von dir zu hören!